Der vierte Tag in der Rauchgasdurchzündungsanlage (Teil 6)
Wie schon am Morgen des dritten Tages stand auch der Morgen des vierten Tages wieder ganz im Zeichen der zukünftigen Ausbildertätigkeit. Die Inhalte findet ihr im zuletzt veröffentlichten Artikel. In den gleichen Gruppen wurden wieder der erste und zweite Durchgang durchgeführt. Dabei wurden allerdings die Durchgänge getauscht: Die Gruppe die am Vortag den ersten Durchgang als Ausbilder absolviert hat, führte nun den zweiten Durchgang aus und die andere Gruppe entsprechend umgekehrt.
Durch dieses Vorgehen bekommt jeder Teilnehmer einmal die Möglichkeit in die unterschiedlichen Ausbilderrollen zu steigen und die damit verbundenen Aufgaben zu üben. Des Weiteren festigen sich die Inhalte und Abläufe während der Durchgänge und die Teilnehmer erlangen somit eine fundierte Grundlage für ihre spätere Ausbildertätigkeit. Diese gilt es dann später an ihrem Standort durch
das absolvieren entsprechend vieler Durchgänge weiter zu festigen und auszubauen. An dieser Stelle vielleicht noch einmal ein Hinweis auf die Handlungsempfehlung der Arbeitsgemeinschaft der Berufsfeuerwehren in Nordrhein-Westfalen zur Qualifikation von Ausbildern für Rauchgasdurchzündungsanlagen.
Im Anschluss an den Lehrgang Ausbilder für Rauchgasdurchzündungsanlagen haben die Teilnehmer noch 20 Durchgänge in Ausbildertätigkeit zu absolvieren, bevor die Qualifikation zum Ausbilder für Rauchgasdurchzündungsanlagen vollständig abgeschlossen ist. Um dies zu dokumentieren hat jeder Teilnehmer am Ende des Lehrgangs neben dem Zertifikat auch ein persönliches Ausbilderhandbuch bekommen, in dem alle Durchgänge dokumentiert werden, die in Ausbilderfunktion durchgeführt wurden.
Nach einem leckeren Mittagessen und einer kleinen Pause mit regem Erfahrungsaustausch ging es noch einmal für einen letzten Theorieteil in den Lehrsaal. Auf dem Plan stand das Thema persönliche Schutzausrüstung, über das ein Mitarbeiter der Firma Viking Fire Suites referierte. Neben dem Auflösen einiger Mythen rund um das Thema wurden auch Materialien und der Aufbau von Feuerschutzkleidung besprochen. Die Reinigung der PSA wurde behandelt ebenso wie mögliche Reparaturen. Ein Thema fand ich persönlich sehr wichtig und sollte auch viel bewusster angewandt werden: Der Umgang mit konterminierter Schutzkleidung nach dem Einsatz. Nach einem typischen Brandeinsatz sollten die betroffenen Einsatzkräfte eine Ausziehroutine haben, die ihnen hilft sich selbst so wenig wie möglich zu kontaminieren und sie auch bestmöglich vor einer Inkorporation schützt. Dabei sollte sich möglichst von der vollständigen Überbekleidung getrennt werden. Diese ist dann getrennt von den Einsatzkräften zu transportieren. Für die betroffenen Kameraden sollte entsprechend eine Wechselkleidung mitgeführt werden. Bei der Auswahl der Wechselkleidung sollten auch an die verschiedenen Witterungsbedienungen gedacht werden. Als Ergänzung sollte es für die Kameraden an der Einsatzstelle möglich sein sich die Hände zu waschen.
Dieses Thema findet leider immer noch zu wenig Beachtung, obwohl mit relativ kleinem Aufwand und finanziellem Einsatz sich eine deutliche Verbesserung der Gesundheitsfürsorge der Einsatzkräfte einstellen würde.
Da das Thema persönliche Schutzausrüstung ein spannendes und großes Feld im Bereich des Feuerwehrwesens ausmacht und bei weitem nicht einfach mal so abgehandelt werden kann beziehungsweise sollte möchte ich an dieser Stelle darauf verzichten näher ins Detail zu gehen. Viel mehr möchte ich an dieser Stelle an die Verantwortlichen appellieren, sich dem Thema anzunehmen und sich Gedanken über die Schutzkleidung ihrer Kameraden zu machen.
Zum Abschluss des Tage stand eine Vorbereitungsaufgabe an: Aufgeteilt in die schon bekannten Gruppen galt es jeweils einen Ausbildungsdurchgang zu entwickeln, der am nächsten Morgen mit der anderen Gruppe als Teilnehmer durchgeführt werden sollte. Die einzige Vorgabe die gemacht wurde, war die zu verwendende Übungsanlage. Die eine Gruppe erhielt den an die Rauchgasdurchzündungsanlage angrenzenden Übungsbereich während die andere Gruppe eine L-förmige Übungsanlage zugeteilt bekam.
Ziel dieser Aufgabe war es neben der bisher schon oft geübten Durchführung einer Ausbildungseinheit, eine solche Einheit zu planen und zu organisieren. Dabei wurde in den Gruppen zunächst überlegt welche Lehrinhalte in den entsprechenden Übungsanlagen trainiert werden können. Danach wurde aus dieser Fülle an verschiedenen Möglichkeiten eine Auswahl zu einander passender Inhalte getroffen und in eine logische Reihenfolge gebracht. Darauf aufbauend wurden die benötigten Einsatzmittel festgelegt und das Training trocken durchgespielt. Dabei kamen immer wieder Fragen auf bezüglich des Ablaufs oder wie man gewisse Dinge vermittelt. So wurden mehrere Runden gedreht bis ein schlüssiges Konzept gefunden war. Dieses wurde dann in einem realen Versuch mit Feuer getestet und eingeübt um auch einen realen Eindruck zu erhalten. Damit endete der vorletzte Trainingstag. Zum Abschluss wurde abends gemeinsam in der Aktiv Welt Külsheim gegrillt und die vergangenen Tage in geselliger Runde Revue passieren lassen.
Wie die beiden selbst entwickelten Durchgänge aussahen verrate ich euch im kommenden Artikel.
Über den Autor
Martin Bicking ist passionierter Feuerwehrmann. Mit zehn Jahren trat er in die Jugendfeuerwehr ein und ist seit 2006 in der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Siershahn aktiv. Seminare und Veranstaltungen rund um das Thema Feuerwehr haben für Martin einen hohen Stellenwert. Durch feuerwehrleben.de möchte er den Erfahrungsaustausch unter Feuerwehrleuten fördern und ihnen die Möglichkeit bieten, ihr Feuerwehrwissen zu erweitern
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