Preisverleihung für die besten Ideen zur Nachwuchsgewinnung

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Hansa-Park Inhaber Christoph Andreas Leicht hatte im letzten Jahr zu einem Kreativ-Wettbewerb alle Jugendfeuerwehren des Landes Schleswig-Holstein aufgerufen: Gesucht werden einfallsreiche und erfolgreiche Ideen mit denen man einen Mitgliederzuwachs für seine Jugendfeuerwehr oder Einsatzabteilung erreicht.

Gekrönt wird der Sieg mit einem Geldpreis in Höhe von EUR 10.000. Die Zweit- und Drittplatzierten gewinnen EUR 2.000 bzw. EUR 1.000 für Projekte ihrer Jugendarbeit. Schirmherr des Wettbewerbs ist Innenminister Stefan Studt.

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wurden nun die Sieger bekannt gegeben. Über den 1. Preis konnte sich die Jugendfeuerwehr Nettelsee (Kreis Plön) freuen. Zweiter wurde die Jugendfeuerwehr Großenbrode (Kreis Ostholstein). Platz 3 entfiel auf die Jugendfeuerwehr Barmissen (Kreis Plön).

Die kreativen Ideen der teilnehmenden Jugendfeuerwehren wurden von einer Jury bewertet. Diese setzte sich zusammen aus dem freien Medienberater Günther Jesumann, Bernd Schwiderski aus dem Innenministerium, dem stellv. Landes-Jugendfeuerwehrwart Rüdiger König und LFV-Öffentlichkeitsreferent Holger Bauer.

Von 0 auf 15 Kinder in Nettelsee

Die Jugendfeuerwehr Nettelsee konnte sich bis zum Siegerplatz durchsetzen, weil es ihr mit Engagement und Ideen gelang, die Gruppe vor der Auflösung zu retten und neu zu beleben. Als vor fünf Jahren die letzten Jugendlichen altersbedingt in die Einsatzabteilung übergetreten waren, kam kein Nachwuchs nach und der Dienstbetrieb ruhte. Potentielle Mitglieder waren in der Gemeinde aber durchaus vorhanden. Mathias Koschnitzke und Falko Zamjatnins nahmen das Zepter in die Hand und entwickelten Ideen für gezielte Werbeaktionen. Diese führten schnell zum Erfolg, so dass heute wieder 15 Kinder und Jugendliche bei der JF Nettelsee mitmachen. Ihr Preisgeld in Höhe von EUR 10.000 soll daher auch in den Ausbau eines eigenen Gruppenraumes fließen. Zudem sollen warme Winterjacken angeschafft werden, um auch in der kalten Jahreszeit Jugendfeuerwehrdienst machen zu können. Neben dem Preisgeld wird die JF Nettelsee auch Premierengast bei der Inbetriebnahme der neuen Großachterbahn KÄRNAN sein.

Rote Rüben für den Nachwuchs

Die Jugendfeuerwehr Großenbrode ist in der 2.100-Einwohner-Gemeinde fest verankert und auf nahezu allen Veranstaltungen vertreten. Besonders gefiel der Jury aber ein nachhaltiges Konzept mit den Namen “Nachwuchs sähen”. An die Haushalte wurden kleine Tüten mit Samen für “Rote Rüben” verteilt. Diese sollten ausgesät werden und wer zehn Monate später zum Erntedankfest die größte Rübe vorweist, gewinnt. Warum die “rote Rübe”? Jugendwart Jan Koblitz: “Die “rote Rübe” bekommen wir ja alle, wenn uns etwas unangenehm ist. Damit wir in der Gemeinde später keine rote Rübe bekommen, weil uns der Nachwuchs fehlt, wollten wir mit dieser Aktion auf ein mögliches Problem aufmerksam machen, bevor wir alle die rote Rübe bekommen.” Erfolg der Aktion: Drei Neueintritte in der Jugendfeuerwehr und fünf neue Mitglieder für die Einsatzabteilung.

Schnupperdienst in der Jugendfeuerwehr

Bei der JF Barmissen beherrscht man das gesamte Portfolio der Öffentlichkeitsarbeit und von persönlicher Ansprache und hat damit Erfolg. Die Jugendlichen werden dabei aktiv eingebunden und bringen eigene Ideen ein. Ganz gezielt werden Jugendliche im entsprechenden Alter und deren Eltern bei Haustürgesprächen aufgesucht und zu Probediensten eingeladen. Erfolg der Aktion: Von 81 angesprochenen Jugendlichen kamen zehn zu den Schnupperdiensten – und bleiben der Jugendfeuerwehr treu. Doch auch bei den zahlreichen Veranstaltungen in und um Barmissen ist die Truppe dabei und versteht es, für sich zu werben. Beispiele: Beim 24-Stunden-Kettcarrennen in Schönbek tritt ein Mädchen spontan bei. Drei Jugendliche kommen nach dem Kinderfest in Postfeld dazu. Und zwei neue Mitglieder bringen die Feierlichkeiten zum 20jährigen Jubiläum. Unterm Strich haben alle Aktionen der JF Barmissen im Jahr 2014 einen Zuwachs von 19 neuen Mitgliedern gebracht.

“Ich freue mich, dass es gelungen ist, mit guten Ideen, neue Mitglieder gewonnen und gleichzeitig damit Anregungen für andere gegeben zu haben”, sagt der Initiator des Wettbewerbs, Hansa-Park-Inhaber Christoph Andreas Leicht. “Funktionierende Feuerwehren sind nicht nur ein unschätzbarer Standortvorteil für Wirtschaftsbetriebe in einer Gemeinde, sondern auch ein Beispiel für gelebte Gemeinschaft. Dazu gehört auf jeden Fall auch die Jugendfeuerwehr. Hier lernen junge Menschen, dass es wichtig, aber auch erfüllend ist, sich für die Gemeinschaft einzusetzen.”

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